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Juni 2018

Europa steckt in einer tiefen Krise

Nobelpreisträger Krugman

Europa steckt in einer tiefen Krise

Mit Paul Krugman äußert sich ein renommierter Ökonom und Wirtschaftsnobelpreisträger besorgt zum aktuellen Zustand in Europa - nicht ohne einen kritischen Blick auf die USA zu werfen.

Paul Krugman beschreibt in seiner Welt-Kolumne die Errungenschaften Europas, das es in den sechs Dekaden nach den verheerenden Kriegen des letzten Jahrhunderts geschafft hatte, aus eigener Kraft allgemeinen Wohlstand innerhalb eines demokratischen Modells zu erarbeiten. Neben der staatlichen Gesundheitsversorgung und der damit verbundenen hohen Lebenserwartung hebt Krugman vor allem die große Wahrscheinlichkeit einer tatsächlichen Erwerbstätigkeit hervor, von der die Bevölkerung vor allem zu Beginn dieses Jahrhunderts profitieren konnte. Und doch konstatiert er eine tiefe Krise - auf beiden Seiten des Atlantiks.

Demokratien in Bedrängnis - Europa in der Misere

Als Hauptgrund für die tiefgreifenden europäischen Probleme, die Krugman in ähnlicher Form jedoch auch in den USA sieht, identifiziert der Ökonom die Gemeinschaftswährung: Die so erzeugte Euphorie mündete in den enormen Kapitalzuflüssen, die vor allem in den Südländern mit einer eigenen Währung nicht möglich gewesen wären. Allerdings fehlt ein Ausgleichsinstrument, denn die Abwertung nationaler Währungen war ja nun weggefallen - die unterschiedlichen Leistungsstärken der Volkswirtschaften mussten zur Schieflage führen. Insbesondere Griechenland bezeichnet Krugman immer noch als Katastrophengebiet, während Spanien sich durchgebissen hätte und Italien auf zwei verlorene Jahrzehnte zurückblickt. Fatal ist jedoch, dass die Wurzel des Übels falsch von den europäischen Eliten ausgemacht würde: Sie gehen immer noch davon aus, dass nur eine drakonische Sparpolitik helfen könne, wo doch erwiesenermaßen nicht marktgerechte Preise der Dreh- und Angelpunkt wären.

Probleme sind tiefgreifend

Die Folgen bleiben nicht aus, wie der Ausgang der italienischen Wahl bezeichnet: Antieuropäische und populistische Parteien sind europaweit auf dem Vormarsch. In Italien wollen die Fünf-Sterne-Bewegung und die rechtsorientierte Lega Nord eine Regierung bilden, die sich aller Wahrscheinlichkeit nach gegen die EU und die praktizierte Flüchtlingspolitik stellen dürfte. Selbst die Einführung einer parallelen Währung rückt in den Bereich des Wahrscheinlichen. Aber auch andere Länder verfolgen einen ähnlichen Weg, der weg von demokratischen Prinzipien und der einst angestrebten wirtschaftlichen und politischen Union führt. Und nicht alle sind der Gemeinschaftswährung beigetreten, wie zum Beispiel Polen. Die Probleme müssen also tiefgreifend sein, so vermutet Krugman.

Die faschistischen Tendenzen konnten über Jahrzehnte in Schach gehalten werden, nämlich genau so lange, wie die EU-Elite demokratische Werte gelebt hat. Dieses wichtige Ansehen sei jedoch durch Missmanagement und inkonsequente Politik verloren gegangen. So würde Ungarn beispielsweise weiterhin kräftig aus Brüssel subventioniert, obwohl sich die dortige Regierung von den wesentlichen EU-Werten weit entfernt hätte. Und genau an diesem Punkt zieht Krugman Parallelen zu den USA, wo vor einigen Jahren die Radikalisierung der Republikaner verharmlost worden wäre. Nun dürfte es schwierig werden, diesen Entwicklungen wieder erfolgreich entgegenzuwirken.

Für Ihr Geldanlagen heißt das weiterhin: wenig Renditechance bei zinsabhängigen Investments und im Aktienbereich ist ein langfristiger Anlagehorizont wichtig. Bei nachgebenden Börsen sind Nachkäufe überlegenswert.

Susanne Kazemieh, Juni 2018

 

 

 


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